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Brustimplantatentfernung

Eine Brustimplantatentfernung (Mammaimplantatruptur) kann aus vielfältigen Gründen erfolgen. Am häufigsten liegen Störungen des Implantates zugrunde, z. B. ein Riß in der Hülle, der den sog. Silikonkörper austreten lässt.

OP-Dauer: ca. 60 Minuten
Narkose: Vollnarkose oder Teilnarkose
Klinikaufenthalt: ambulant bis 1 Übernachtung

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Brustimplantatentfernung

Eine Brustimplantatentfernung (Mammaimplantatruptur) kann aus vielfältigen Gründen erfolgen. Am häufigsten liegen Störungen des Implantates zugrunde, z. B. ein Riß in der Hülle, der den sog. Silikonkörper austreten lässt. Bildung von ausgeprägten Bindegewebskapsel (Kapselfibrose) um das Implantat, welches Verhärtungen, Verformungen, Verschieben und Schmerzen hervorrufen kann.

Auch Fremdkörpergefühl sowie der V. a. eine durch die Implantate ausgelöste Krankheit (Breast Implantat Illness – BII), welches leider noch nicht anerkannt ist, kann die Notwendigkeit einer Entfernung nach sich ziehen. Auch der Verdacht eines Lymphoms innerhalb der Brustimplantatkapsel (BIA-ALCL) erfordert eine Entfernung der Implantate mit vollständiger Kapselentfernung.

Statistisch gesehen

Weltweit liegt die Rate derzeit bei ca. 0,3 – 3 Fälle pro 1 Million Implantatträger. Vermutlich ist die Dunkelziffer höher. Bei der sog. Breast Implant Illness (BII) handelt es sich um eine ganze Reihe von unspezifischen Beschwerden, wie Muskelschmerzen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden, Hautausschlag, Übelkeit, Gedächtnisschwäche (Brain Fog) und Herzrasen. Es gibt viele Hinweise auf sog. autoimmunologische Reaktionen, die auf sog. autoimmun syndrome induced by adjuvants (ASIA) beruhen. Hier handelt es sich um nachweisbare immunologische Reaktionen, z. B. durch Implantate. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Entfernung der Implantate einschließlich der vollständigen Kapselentfernung zu einer Verbesserung oder Gesundung führt. Eine spezielle Technik, die sehr aufwendig und nicht immer durchgeführt wird, ist die sog. „En bloc Technik“. Bei der sog. En bloc Resektion wird das Implantat mit seiner Hülle (intakte Kapsel) gemeinsam entnommen. Damit wird vermieden, dass mögliche Silikone oder Kapselanteile in den Körper gelangen oder verbleiben.

Die En bloc Resektion

Die En bloc Resektion ist eine sehr anspruchsvolle Operation und sollte auch nur von Experten und erfahrenen Operateuren durchgeführt werden. Das Ziel ist es, die Kapsel beim Eingriff nicht zu eröffnen und keine Kapselreste zurückzulassen. Der Hintergedanke ist, dass der sog. Biofilm, der sich auf Implantaten bilden kann, auch auf der Innenseite der Kapsel vorhanden ist und damit sich die gesundheitliche Situation nur unwesentlich ändert. Um so wichtiger ist, dass während der aufwendigen OP das Implantat in der geschlossenen Kapsel vollständige (En bloc) entfernt wird. Das gelingt leider jedoch nicht immer, da je nach Voroperation und Anatomie sowie Vorschäden der Implantathülle, dies nicht immer erreicht werden kann.

Der operative Zugang ist oft eine Erweiterung der alten Unterbrustfaltennarbe, ggf. im Rahmen einer Erweiterung (L-,I-, T-Schnitt). Häufig besteht auch der Wunsch, die Brust anschließend neu zu formen, i. R. einer Bruststraffung, ggf. mit innerem BH oder i. R. einer Eigenfettauffüllung wieder Volumen in die Brust zu bekommen. Wir führen immer noch eine entsprechende Waschung des Gewebes durch, um silikonbenetzte Gewebestellen und Kontaminationen zu reduzieren. Die präoperative Vorbereitung sollte immer ein Entzündungslabor sowie einen spezialisierten Brustultraschall, ggf. ein MRT zur Abklärung des Lymphoms beinhalten.

Kosten & Dauer

Die Kosten werden häufig von den Krankenkassen nicht übernommen und wenn ja, ist meistens nur eine Implantatentfernung evtl. mit einer sog. Kapselentfernung (Kapsuloektomie).

Der aufwendigere Eingriff der En bloc Resektion ist in den Leistungen der Krankenkasse aktuell noch nicht beinhaltet. Eine normale Implantatentfernung dauert durchschnittlich 30 Min. Bei der Kapselentfernung häufig 60-120 Minuten, je nachdem ob die Kapsel komplett entfernt wird oder nur ein Teil.

Bei der En bloc Resektion kann der Eingriff von 2-6 Stunden andauern und ist sehr aufwendig. Diese Kosten bilden sich in der Abschlagszahlung von den Krankenkassen, dem sog. DRG, nicht ab und daher kommt ein Selbstkostenanteil auf Sie zu. Er sollte deswegen auch immer nur stationär durchgeführt werden.

Häufig stellen sich Pat. vor, deren Gesundheitszustand sich nach der Entfernung nicht verändert hat und aus dem OP-Bericht oder den Untersuchungen (Brustultraschall, MRT usw.) hervorgeht, dass die Kapsel unvollständig entfernt wurde oder sogar vollständig belassen wurde.

Wenn dies der Fall ist, muss über die Möglichkeit einer Kapselentfernung mit vollständigem Aufsuchen der Reste gesprochen werden. Dies ist ein sehr aufwendiger Eingriff, der nur durch Spezialisten durchgeführt werden sollte.

Was sollten Sie zum Gespräch mitbringen:

  • Implantatausweis
  • OP-Bericht
  • Entlaßbrief
  • wenn vorhanden Blutergebnisse
  • radiologische Befunde, z. B. MRT

Weitere Informationen und Hilfestellungen gibt es über die Selbsthilfegruppen

krank-durch-Brustimplantate.de von Birgit Schäfers

Risiken von Brustimplantaten e.V. von Jenny Kloth und Evelyn Klug

Breast Implant Illness Germany by Jenny Kloth

Als zertifizierter Brustchirurg verfüge ich über eine besondere Expertise und Erfahrung im Nachweis von Implantatdefekten.

Da ich nach dem Ultraschall, den ich selbst mit einem hochauflösenden Ultraschall durchführe, die Implantatentfernung (En bloc) operiere, kann ich direkt postoperativ den Nachweis meiner Diagnose bestätigen. Dies ist nicht bei allen Chirurgen gegeben, da die Mammasonographie nicht Bestandteil ihrer Ausbildung und Qualifikation ist.

Die Kosten für den Ultraschall belaufen sich bei mir aufgrund der Erfahrung bei ca. 150 €, incl. Beratung.