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Lipödem

Bei einem Lipödem sprechen wir von einer Fettverteilungsstörung, unter der insbesondere Frauen leiden. Es handelt sich hierbei um eine Krankheit, die nichts mit falscher Ernährung oder mangelndem Sport zu tun hat.

OP-Dauer: ca. 90 – 240 Minuten
Narkose: Vollnarkose, Teilnarkose oder TLA
Klinikaufenthalt: ambulant bis 1 Übernachtung

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Lipödem oder Lipodystrophie

Der Umfangszunahme, meist zuerst an Beinen mit einhergehenden Schmerzen sowie bei Berührung von blauen Flecken und Druckempfindlichkeit, wird anfangs nicht so eine große Bedeutung zugestanden. Doch die Haut verändert sich und es zeichnen sich Dellen und Knötchenbildungen ab. Der Umfang und die Schmerzen nehmen immer mehr zu, und damit verbunden auch die Bewegungsunfähigkeit.

Es entstehen immer mehr Ausbuchtungen und Fettwülste an den Beinen. Das zuvor glatte Hautbild zeigt plötzlich Unebenheiten und Dellen und durch die meist fortschreitende Gewichtszunahme, aufgrund der Bewegungsunfähigkeit, verändert sich der ganze Körper zusehends.

Nicht selten kommen im Verlauf die Arme dazu und auch der Nacken oder Po können betroffen sein.

ACHTUNG:

Treffen diese Beschwerden bei Ihnen zu? Dann sollten Sie das Krankheitsbild Lipödem in Erwägung ziehen und vor allen weiteren Schritten auch in der Familie Nachforschungen anstellen.

Wie sieht die Mama aus, Geschwister, Oma, Tanten und Andere?

Denn Lipödem ist vererbbar.

Wie entsteht ein Lipödem?

Das Lipödem, die sogenannte Fettschwellung, ist eine voranschreitende Erkrankung  des Unterhautfettgewebes. Durch eine erhöhte Durchlässigkeit der Lymphgefäße, kommt es zur übermäßigen Flüssigkeitsansammlung im Zwischenzellraum. Es entstehen Ödeme, Druck – und Spannungsschmerzen sowie eine Neigung zu Hämatomen.

Primär liegt keine Schädigung des Lymphsystems vor, kann aber im Laufe der Zeit dazukommen. Hier spricht man dann von einem Lipolymphödem.

Lipödeme treten überwiegend bei Frauen auf, besonders an den Beinen, aber in 50 – 60 % der Fälle auch an den Armen.

Ganz selten sind auch Männer von dem Krankheitsbild betroffen.

Ursachen:

Bei den Frauen sind dies hormonelle Umstellung wie z. B.

  • Pubertät
  • Pille
  • Schwangerschaft
  • Wechseljahre
  • Gewichtszunahme
  • Genetische Disposition

Bei den Männern

  • Männliche Hormonstörung wie Testosteronmangel
  • Chemotherapie bei Prostata-Ca
  • Alkohol
  • Leberkrankheit

Wo kann überall Lipödem entstehen?

  • Oberschenkel
  • Unterschenkel
  • Oberarme
  • Unterarme
  • Nacken
  • Po

Lipödem wird in Stadien eingeteilt:

Stadium I:

Die Hautoberfläche ist glatt, jedoch ist das Unterhautfettgewebe verdickt, weich und ohne Knoten.

Stadium II:

Die Hautoberfläche zeigt sich schon uneben, mit grobknotigem Unterhautfettgewebe.

Stadium III:

Die Hautoberfläche zeigt sich sehr uneben mit stark verdicktem und verhärtetem Unterhautfettgewebe. Es zeigen sich große Fettwülste. Beim Lipolymphödem zeigt sich beim Drucktest vermehrt Einlagerung von Lymphe in Hand- und Fußrücken sowie Fingern und Zehen.

Wer stellt die Diagnose Lipödem?

Die Diagnose eines Lipödems sollte immer durch einen fachkundigen und erfahrenen Arzt gestellt werden. Die geschieht durch eine Anamneseerhebung sowie einen Sicht- und Tastbefund werden.

Hier ist die Patientengeschichte ein sehr wichtiger Faktor für die Diagnosestellung.

Im Gegensatz zum Lymphödem ist das Stemmersche Zeichen stets negativ, d. h., bei einem Lipödem lässt sich eine Hautfalte über den Zehen bzw. Fingern abheben.

Was kann ich tun, um die Beschwerden zu lindern?

  • Wichtig ist vor allen weiteren Maßnahmen, die Feststellung des Krankheitsbildes.
  • Eine Abklärung der Venen sollte unbedingt erfolgen.

Entgegen allen Ansätzen, dass konservative Maßnahmen, wie Tragen von Kompressionswäsche, manuelle Lymphdrainage und Bewegung oder Aquajogging, Erleichterung bringen sollen, sind diese Maßnahmen nur kurzzeitig erfolgreich und nur so lange, so lange die Entstauungstherapie angewendet wird. Meist ist nach ein paar Stunden der alte Druck, Schmerzen etc. wieder da.

Auch Diäten, sportliche Aktivitäten helfen dauerhaft nicht, das Lipödem zu reduzieren.

Eine dauerhafte Verminderung des Lipödems ist nur durch die Liposuction (Fettabsaugung) möglich.

Durch die Fettabsaugung wird das Fettgewebe dauerhaft reduziert. Die Methode der Liposuction ist jedoch nicht geeignet, allgemeine Fettleibigkeit oder Übergewicht zu reduzieren.

Was geschieht bei der Liposuction?

Die Liposuktion wird mittels vibrations-assistierte Liposuktion |durchgeführt. Nach der Infiltration mit Tumeszenzlösung (einer Mischung aus Kochsalzlösung, sowie stark verdünntem Adrenalin, welches die Durchblutung des Gewebes vermindert) in die zu operierenden Fettpolster und entsprechender Einwirkzeit werden die Fettzellen durch eine motorgesteuerte, schwingende stumpfe Kanüle aus dem Gewebe geschüttelt und dauerhaft abgesaugt. Die Absaugung erfolgt gewebeschonend in Bahnen.

Die zu operierenden Bereiche werden in Zonen eingeteilt und in einer OP maximal 2 Zonen bearbeitet, weswegen fast immer mehrere OP’s nötig sind. Es wird immer symmetrisch gearbeitet.

Während einer Behandlung sollte die Absaugmenge 5 Liter nicht überschreiten. Prinzipiell kann die gleiche Körperregion nach vollständiger Abheilung erneut behandelt werden.

Kann die Liposuction bei Lipödem bei allen Patienten durchgeführt werden?

Grundsätzlich kann die Fettabsaugung immer durchgeführt werden, jedoch gilt auch hier, je früher die Fettabsaugung durchgeführt wird, desto besser sind die Ergebnisse.

Idealerweise sind gesunde Patientinnen mit guter Hautelastizität ohne Herz-Kreislaufprobleme und anderen Begleiterkrankungen am geeignetsten. Eine Altersgrenze gibt es jedoch nicht.

Deshalb ist die Anamneseerhebung (Krankenvorgeschichte mit sonstigen Erkrankungen, wie Blutgerinnungsstörung, Wundheilungsstörung, Diabetes etc.) so wichtig.

Kann ein Lipödem wiederkommen?

Die entfernten Fettzellen durch eine Fettabsaugung sind dauerhaft weg. Da das Fettgewebe nicht bis auf Null abgesaugt werden kann, da es Isolation für Nerven und Gefäße bedeutet, können die verbleibenden Fettzellen wieder zunehmen. Abhängig auch immer von einem neuen Schub bei Lipödem durch hormonelle Veränderung bedingt. Jedoch geschieht dies erfahrungsgemäß langsamer, da deutlich weniger erkranktes Gewebe vorhanden ist.

Ist die Liposuction erfolgreich?

Meine jahrelange, über 10jährige, Erfahrung mit Lipödem hat gezeigt, dass die Liposuction (Fettabsaugung) die Maßnahme ist, welche auf Dauer Erleichterung und Besserung findet.

Die Äußerungen gehen von:

  • Ich spüre eine Erleichterung,
  • der Druck ist wesentlich besser,
  • die Hosen passen besser,
  • ich habe an Gewicht verloren (oft bedingt durch die Bewegung, die wieder besser funktioniert)
  • kann die Arme wieder heben
  • kann wieder längere Zeit stehen
Wichtig:

Die Liposuction bei Lipödem lindert immer die Beschwerden und bringt oft auch eine Umfangsminderung. Jedoch gegensätzlich zu den ästhetischen Liposuctionen verbessert sich das Hautbild nur in kleinen Schritten.

Werden die Kosten der Liposuction von den Krankenkassen getragen?

Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen: Die Liposuction beim Lipödem wird ab dem Stadium 3 in bestimmten Fällen zur Regelleistung der gesetzlichen Krannkenversicherung (GKV). Der Beschluss ist zunächst bis zum 31. De­zember 2024 befristet – und gilt nicht für alle Betroffenen.

Der G-BA hat klare Regeln festgelegt, welche Patientengruppen für die Liposuktion zu­lasten der GKV infrage kommen. Dazu zählen laut Richtlinie Patientinnen, bei denen sechs Monate vor der Indikationsstellung die Beschwerden mit einer ärztlich verordneten konservativen Therapie nicht gelindert werden konnten.

Liegt der Body-Mass-Index (BMI) unter 35, darf eine Liposuktion bei Lipödem im Stadium 3 durchführt werden. Bei Patientinnen mit einem BMI ab 35 soll zusätzlich zur Liposuk­tion eine Behandlung der Adipositas stattfinden. Bei einem BMI ab 40 soll keine Liposuk­tion durchgeführt werden und zunächst die Adipositas behandelt werden.

Körpermodellierung