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26. April 2018

Trichterbrust und Behandlungsmöglichkeiten

Die Trichterbrust, eine krankhafte Veränderung des Brustkorbes, bei der es zu einer Einziehung des Brustbeins und der Rippen im vorderen Teil kommt, trifft ca. jeden 300. Menschen in unterschiedlichster Ausprägung.

Trichterbrust und Behandlungsmöglichkeiten

Diese angeborene Krankheit trifft Jungs häufiger als Mädchen und es gibt meist in der Familie noch mehrere Verwandte mit diesem Krankheitsbild. Die Deformität ist äußerlich sichtbar. Meist tritt sie bereits im ersten Lebensjahr auf, doch nimmt die Verformung bis zum Abschluss des Wachstums zu.

Es gibt aber auch Syndrome in der Schwangerschaft, die eine Trichterbrust bedingen können, z. B. das Poland-Syndrom oder das fetale Alkoholsyndrom.

Unter dieser Krankheit kommt es oft zur Fehlhaltung und damit Fehlstellung der Wirbelsäule, die zu Rückenproblemen und Haltungsschäden führen können. Neben den Fehlhaltungen können auch Herz und Lunge durch die Einziehung beeinträchtigt werden. Auch Bauchorgane, wie der Magen und die Speiseröhre können durch den Druck belastet sein, was nicht selten zur Refluxoesophagitis führt.

Die Krankheit ist nicht durch konservative Mittel zur behandeln.
Mittels Krankengymnastik kann die Fehlhaltung lediglich korrigiert werden, die Trichterbrust jedoch nicht. Folgeschäden kann man durch Training der Rückenmuskulatur entgegenwirken.

Da hier der Leidensdruck durch die Offensichtlichkeit, trotz Kleidung, sehr groß ist, suchen die Betroffenen nach Auswegen. Jedoch hilft oft nur eine aufwendige Operation.

Hier gibt es Techniken, einen oder mehrere Metallbügel (bis 3) durch zwei kleine Schnitte unter den Achseln unter das eingezogene Brustbein zu schieben, die sog. „Nuss-OP“.

Bei der offenen Operation wird der Brustkorb durch einen mehrere Zentimeter langen vertikalen Schnitt (bei Männern) oder horizontalen Schnitt (bei Frauen) geöffnet. Anschließend werden die deformierten Rippen vom Brustbein abgetrennt, das Brustbein angesägt, angehoben und mittels Metallbügel fixiert.

Bei der Implantatoperation werden maßgeschneiderte Silikonkissen in den Deformitätsbereich eingebracht.

Mittlerweile wird mit neuen Materialien, z.B. Hyaluronsäure gearbeitet. Die hochvernetzte Hyaluronsäure wird direkt in den Trichter eingspritzt und somit die Unebenheit völlig ausgeglichen. Dieser Eingriff ist im Gegensatz zu den oben genannten ein ambulanter Eingriff und kann unter einer Analgosedierung stattfinden, da es ein oberflächlicher Eingriff ist.

Im Gegensatz zu den operativen Eingriffen ist bei Hyaluron zu erwähnen, dass sich das Material innerhalb von 1 –2 Jahren langsam wieder abbaut. Hier kann dann wieder nachinjiziert werden. Die Mengen und der Aufwand sind dann aber wesentlich geringer.

Da Hyaluron ein gut verträgliches Material ist und die Patienten direkt wieder in ihren Alltag zurückkehren können, erfreut sich diese Methode wachsender Beliebtheit.

Begriffe für Lexikon:

Trichterbrust: eingesunkener Brustkorb
Deformität: lat. Abweichung von der normalen Form
Syndrom: Anzeichen einer Krankheit
Poland: angeborene einseitige Fehlbildung v. z. B. Brusttmuskel, Brustdrüse, Rippen
Refluxoesophagitis: Schleimhautentzündung der Speiseröhre durch Rückfluß des Mageninhaltes
Nuss-OP: Einbringen eines gebogenen retrosternal liegenden Metallbügels

Der Artikel wurde geschrieben für das Beauty-Portal All About Esthetics.